Ein Sitz für ferne Galaxien

Seit 50 Jahren fasziniert Star Trek weltweit die Fans. RECARO hat genau hingeschaut, wie sich der Sitz des Captains in der Fernsehserie verändert hat.

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Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wenn das Raumschiff Enterprise in ferne Galaxien vordringt, reist Captain James T. Kirk in einem ziemlich unbequemen Multifunktionssitz. Mit den Armen auf den Lehnen steuert er per Knopfdruck den Funk zu Scotty in den Maschinenraum, startet eine Tonaufnahme für das Computer-Logbuch und löst im Falle eines Klingonenangriffs Alarm Rot aus. Kaum ein Requisit der Star-Trek-Kultreihe fasziniert die Fans seit 50 Jahren so wie die Sitzmöbel der jeweiligen Captains. Der Chefsessel ist ein ruhender Pol auf der Brücke und ein Symbol uneingeschränkter Autorität an Bord, von dem sich keiner gerne trennt. Als Schiffsarzt Leonard „Pille“ McCoy den etwas verstimmten Captain Kirk im Kinofilm „Star Trek: Am Rande des Universums“ fragt, was mit ihm los sei, antwortet dieser etwas traurig: „Ich vermisse meinen alten Sessel.“ Und als Lieutenant Travis Mayweather das Kommando führt, stellt er fasziniert fest: „Die Brücke sieht plötzlich ganz anders aus, wenn man hier oben auf dem Stuhl sitzt.“

Star Trek Liebhabersitz

Im Jahr 2002 wurde ein Original-Chefsessel von Captain Kirk für rund 300.000 Euro versteigert. Ein Liebhaberstück für die Fangemeinde der „Trekkies“. Zu ihr gehört auch Adam Savage. Der Spezialeffektdesigner in den USA hat sich einen eigenen Captain-Stuhl gebaut und die Entstehung in einem Video festgehalten (https://youtu.be/jaVi06DaTk0). Besonderen Wert legte er dabei auf das Innenleben, in dem er die Funktionsknöpfe, Lämpchen und Schalter nicht nur möglichst detailgetreu nachbaute, sondern auch Soundfiles hinterlegte. Wer hier Alarm auslöst, bekommt unter anderem das markante Heulen des Signaltons zu hören, den jeder aus der Fernsehserie kennt.

Sitzevolution bei Star Trek

Sitzevolution in den Star-Trek-Serien

Zum Star-Trek-Universum gehören inzwischen fünf Fernsehserien mit 703 Episoden sowie 13 Kinofilme. Mit „Star Trek: Discovery“ startet im Mai 2017 in den USA die sechste Serie mit 13 neuen Folgen. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich nicht nur Charaktere und Raumschiffe verändert, sondern auch das Mobiliar auf der Brücke. So spartanisch wie Captain Kirk fliegen die Nachfolger nicht durchs All. Commander Charles Tucker aus „Star Trek: Enterprise“ (2001–2005) legt Wert auf einen höhenverstellbaren Sitz, um eine komfortablere Sitzposition zu erreichen. Mehr noch. „Der neue Stuhl kann alles außer einer Proteinsequenz-Analyse“, stellte er beim Blick auf ein neues Sitzmöbel augenzwinkernd fest. Captain Jonathan Archer empfiehlt, den Stuhl mit einer Lendenstütze ausstatten zu lassen. Auf der Brücke der USS Excelsior und auf der USS Stargazer gib es nach innen klappbare Armlehnen, die bei Gefahr besseren Halt geben sollen. Selbst einen Sicherheitsgurt gab es in „Star Trek: Nemesis“, wurde aber später herausgeschnitten. Captain Kirk bekommt in „Star Trek: Der Film“ Handschlaufen, um selbst bei heftigen Turbulenzen am Drücker zu bleiben.

Auch Reagan liebt Star Trek

Nicht hinter allen Star-Trek-Sitzen steckten die kreativen Köpfe der Filmset-Designer. Wurde beim Bau des Ursitzes 1966 noch Sperrholz gesägt, verschraubt, grau gestrichen und die hölzernen Armlehnen gebeizt, stammten die folgenden Sitze direkt von Möbelherstellern, vorzugsweise aus Italien. Der Captain-Sessel in „Star Trek: Enterprise“ wurde sogar kurzerhand zweckentfremdet. Er gehörte eigentlich zum Portfolio eines Bootsausstatters. Die magische Anziehungskraft des Sitzes erklärt sich wahrscheinlich auch daran, dass er in jeder Folge zu sehen war. Den Wunsch, darin Platz nehmen zu dürfen, blieb nur wenigen vergönnt. US-Präsident Ronald Reagan gehörte dazu. Er besuchte 1991 den Drehort von „Raumschiff Enterprise: The Next Generation“ und durfte auf dem Stuhl von Captain Jean-Luc Picard Platz nehmen. Wie Reagan ging es wohl auch der großen Fangemeinde. Sie wählte Picards Sitz zum beliebtesten des Star-Trek-Universums. Die Bedeutung des Sitzes kannte auch Captain Christopher Pike. Er belehrte im Film „Star Trek: Into Darkness“ (2013) James T. Kirk: „Sie respektieren den Stuhl nicht. Und wissen sie warum? Weil sie noch nicht bereit dafür sind.“ Der Weltraum. Unendliche Weiten. Bitte, setzen. Die Reise geht weiter.

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