„Was mehr als einem nützt“

Seit 30 Jahren fördert die Mia Seeger Stiftung den Design-Nachwuchs

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Mia Seeger Preis 2018

Um den Design-Nachwuchs zu fördern, rief die Design-Vermittlerin und -Beraterin Mia Seeger im Jahr 1986 die nach ihr benannte Stiftung ins Leben. Sie verfolgte dabei ein ganz besonderes Anliegen: Sie wollte junge Menschen dazu anregen, sich stärker mit sozialen Fragen des Zusammenlebens auseinanderzusetzen.

Seither ist das Motto „Was mehr als einem nützt“ Leitgedanke des Mia Seeger Preises. Im Fokus stehen Produkte, die begeistern, weil sie durch ihre äußere Gestaltung positive Emotionen hervorrufen, gleichzeitig ein Nutzenversprechen geben und das Wohl des Menschen in den Mittelpunkt rücken – ein Ansatz, den RECARO ebenfalls verfolgt und in den Produkten der Marke umsetzt. Nicht zuletzt deshalb fühlt sich RECARO dieser Auszeichnung besonders verbunden und unterstützt die Stiftung als Zustifter.

Auffallend ist die besondere Bandbreite der eingereichten Ideen, die sich auch in diesem Jahr um den mit 10.000 Euro dotierten Award beworben haben. Bei den Einreichungen waren Entwürfe, die sich mit den verschiedensten Themenbereichen auseinandersetzen – vom urbanen Leben über das Gesundheitswesen bis hin zur Umwelt. Diese Vielfalt spiegelt sich auch bei den Entwürfen wider, die am 12. Oktober 2018 parallel zum Internationalen Designpreis Focus Open in Ludwigsburg offiziell prämiert wurden. Die Jury zeichnete vier Teilnehmer mit dem Mia Seeger Preis aus und sprach zudem zwei weiteren Bewerbern eine Anerkennung aus:

Interactive Urban Illumination
Armin Warnecke, Muthesius Kunsthochschule Kiel

Städte verschmutzen die Nacht mit Licht. Pauschales Dimmen ist keine Lösung, wohl aber eine „bedarfsadaptive“ Beleuchtung dank innovativem Lichtmast. Tragendes Element ist eine Stele, die mit „Digital Mirror Device“-Lichttechnik ausgerüstet ist und in einem vorgefertigten Fundament mit Strom- und Internetanschluss eingelassen ist. Am Aufstellungsort lassen sich die Lichtfelder hinsichtlich Helligkeit, Ausdehnung und Dauer der Beleuchtung genau auf die lokalen Verhältnisse abstimmen. Ausführungen in drei oder vier Längen genügen, um alle Stadtgebiete bedarfsgerecht auszustatten. Wird die Stele mit einer Steckdose versehen, kann der Lichtmast zudem zur Servicestation für Elektroautos und andere Stromabnehmer werden.

 

Moor Monitoring
Merle-Christin Leuschner, Muthesius Kunsthochschule Kiel

Werden trockengelegte Moore renaturiert, kann man laut Studie Emissionen effektiv und kostengünstig senken. Ein vollständiges Feldmonitoring unterstützt dies, mit dem sich der vorliegende Entwurf beschäftigt. Er automatisiert und standardisiert die einschlägige Messtechnik, eignet sich für die serielle Produktion, hält den Personalaufwand und die Anzahl der benötigten Geräte in Grenzen. Das Konzept sieht vor, dass die einzelnen Messgeräte die aufsteigenden Gase im Moor analysieren und die Daten an eine Leitstelle weitergeben. Nach einigen Tagen sollen sie dann umgesetzt und zwischendurch mit Energie versorgt werden. Der Einsatz von Drohnen, die die Messstationen ins Moor bringen, stört die Renaturierung dabei weit weniger als Messgehilfen mit Stiefeln und Auto.

 

Sensa – Hilfsmittel zur Selbstuntersuchung der Brust
Daniela Böhrer, Hochschule Coburg

Das Hilfsmittel Sensa soll Frauen bei der Selbstuntersuchung unterstützen: Zwischen Fingerkuppe und Brust liegt eine dünne, druckempfindliche Membran, die den zurückgelegten Weg registriert und laufend den Gewebegegendruck misst. Eine passende App führt auf dem Smartphone durch alle Phasen der Untersuchung, zeigt abgetastete Bereiche an und vergleicht die Messdaten mit früheren Werten. Sobald sie in der Auswertung erkennt, dass eine Verhärtung größer oder fester wird, rät sie zum Arztbesuch.

 

Breaze – Zungentraining gegen Schlafapnoe
Andrea Alvarez Botero, Muthesius Kunsthochschule Kiel

Atemaussetzer im Schlaf? Schuld ist meist erschlafftes Gewebe im Rachenraum. Hier könnten sprechtherapeutisch inspirierte Übungen für die Zunge Abhilfe schaffen. Der Entwurf umfasst ein kleines Trainingsgerät mit Drehscheibe und Schiebeknopf. Eine App auf dem Smartphone leitet den Patienten an, registriert dank der Sensorik im Griff Fortschritte, definiert die weiteren Maßnahmen und erstellt aus den erbrachten Leistungen eine Statistik für den Arzt.

 

Bis zum 25. November 2018 können die prämierten und anerkannten Entwürfe in einer Ausstellung im MIK Museum – Information – Kunst (Eberhardstraße 1 in Ludwigsburg) besichtigt werden.

 

Gewinner des Mia Seeger Awards 2018

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es hier: https://mik.ludwigsburg.de/site/Ludwigsburg-MIK/node/2645023/Lde/zmdetail_523118278871/index.html?nodeID=523118278871

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